Donnerstag, 15. Dezember 2011

Die zwölf Monate

Dieser sowjetische Zeichentrickfilm wurde fast jedes Jahr um die Weihnachtszeit herum gezeigt (meist zwischen Weihnachten und Neujahr, um den Bezug zum russischen Jolka-Fest zu erhalten).

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Sind die Lichter angezündet






Ich wünsche all meinen Lesern eine besinnliche und wenn möglich frohe Vorweihnachtszeit. Mögen die Worte im Text dieses Liedes irgendwann wieder zu wirklichen Idealen werden.

Dienstag, 13. Dezember 2011

Pioniergeburtstag

...oder: Jahrestag der Gründung der Pionierorganisation "Ernst Thälmann"


Beschlossen bereits 1946, wurde die Pionierorganisation am 13. Dezember 1948 gegründet, damals noch ohne den Zusatz "Ernst Thälmann" im Namen. Dieser wurde erst 1952 verliehen.
Die Mitgliedschaft beruhte auf Freiwilligkeit, die später in einem gewissen Automatismus endete, in dessen Folge man in der ersten Klasse (am 13. Dezember) Mitglied wurde.

Als Erkennungszeichen trugen die Pioniere in erster Linie bei besonderen Anlässen blaue Halstücher - an Feiertagen, zu Pioniernachmittagen, bei Appellen usw. Nach und nach wurden ab Dezember 1973 auch rote Halstücher eingeführt, wodurch es zu der Unterscheidung "Jungpioniere" (1.-3. Klasse, blaues Halstuch) und "Thälmannpioniere" (4.-7. Klasse, rotes Halstuch) kam. Desweiteren gehörten zur Pionierkleidung eine weiße Bluse mit o.a. aufgestickten oder -genähten Emblem am linken Oberarm, eine dunkelblaue Hose bzw. ein dunkelblauer Rock sowie ein dunkelblaues Käppi, im Idealfall mit einem Pionieremblem als Anstecker an der Vorderseite. Die komplette Pionierkleidung wurde ausschließlich zu ganz besonderen Anlässen getragen wie z.B. bei der Teilnahme am Pioniertreffen oder Treffen mit Regierungsvertretern. Viele Pioniere besaßen nur die weiße Bluse und ihr Halstuch.

Der Pioniergeburtstag wurde (zumindest in unserer Schule) tatsächlich gefeiert - zunächst mit einem Appell vor Schulbeginn, am Nachmittag dann durch einen bunten Nachmittag, bei dem in verschiedenen Klassenzimmern verschiedene Aktivitäten stattfanden. So gab es ein Quizz, eine Bastelstraße, ein Pioniercafé, eine Geschicklichkeitsstaffel und in der Aula die Pionierdisko. Man konnte einige Preise gewinnen und Gastgeber waren Lehrer und FDJ-ler. Für mich sind das wirklich tolle Erinnerungen und es bereitete mir am Pioniergeburtstag keine Mühe, den ganzen Nachmittag mit viel Abwechslung in der Schule zu verbringen.

Die Pionierorganisation wurde im August 1990 aufgelöst.

Montag, 3. Oktober 2011

3. Oktober

Der Tag, an dem vor 21 Jahren der Inhalt vieler Leben aufhörte zu sein. Für den einen früher, für den anderen später - aber für viele irgendwann. Und am 3. Oktober 1990 auf jeden Fall auf dem Papier.
Wir verloren:
- das Recht auf einen Arbeitsplatz
- kostenlose Kinderbetreuung und äußerst günstige Ferienlager
- kostenlose Bildung und stark subventionierte Lehrmaterialien
- Gesetze wie das, dass der Betrieb für eine warme Mahlzeit zu sorgen hat (in Kombinaten, Schulen, Krankenhäusern - überall, wo gearbeitet wurde)
- dass Urlaub an der Ostsee etwas Besonderes war
- eine sichere Rente
- kostenlose Krankenversorgung

aber auch
- sehr eingeschränktes Warenangebot mit teilweise langen Wartezeiten und teilweise schlechter Qualität
- Bevormundung durch Staatsbedienstete
- die Notwendigkeit an Vitamin B

Für mich persönlich kein Grund zum Feiern. Mit dem 3. Oktober 1990 war meine komplette Lebensplanung hinüber, im Heer der arbeitslosen Ex-DDR-Bürger war ich eine von Vielen. Seither ist mein Leben ein reiner Kampf um jeden neuen Tag.

Ich strafe diesen "Feier"-Tag mit Nichtachtung, mache Hausarbeit, wasche Wäsche und genieße die Sonne.

Mittwoch, 14. September 2011

Quark für Pellkartoffeln wie in der Schule - ein Versuch

Dieses Essen gab es in der DDR-Schulspeisung, ebenso wie die Nudeln mit Tomatensoße. Ich habe leider kein Originalrezept gefunden, aber eins von Kurt Drummer, das ich soweit abgewandelt habe, dass es - so hoffe ich - passt.

Zutaten:
250g Magerquark (natur, ohne jeglichen Geschmack wie Zitrone!)
1 kleine Zwiebel
3 EL Milch (oder nach Bedarf mehr)
1-2 EL Öl
1/2 Bd. Schnittlauch (geht auch Petersilie, auch getrocknet)
Salz und Pfeffer

Die Zwiebel in möglichst feine Würfelchen schneiden (am besten nochmal mit dem Messer drübergehen, aber nicht hacken).
Den Schnittlauch in kleine Röllchen (1mm lang) schneiden.
Den Quark in eine Schüssel geben, das Öl und die Milch mit dem Quark verrühren. Wenn die Konsistenz noch zu fest ist, etwas mehr Milch nehmen, aber löffelweise - schnell ist es zu dünn!
Zwiebel und Schnittlauch bzw. Petersilie in den nun sämigen Quark einrühren, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Der Quark kann ruhig eine Nacht im Kühlschrank durchziehen, schmeckt danach viel besser. Dann sollte man allerdings beim Zubereiten etwas sparsamer mit dem Salz sein. Haltbar ist das Ganze im Kühlschrank 2-3 Tage, muss vor dem Genuss jedesmal ordentlich durchgerührt werden, da sich Flüssigkeit absondert.

Man kann den Quark pur essen oder auf einer Scheibe Brot, aber mit Pellkartoffeln ist er erst ein Genuss. In der Schulspeisung gehörte übrigens immer eine Scheibe Leberwurst dazu, aber die habe ich zu Hause noch nie vermisst.

Ich wünsche viel Spaß beim Ausprobieren! Vielleicht berichtet ihr mal, ob der Quark so "hinhaut" oder was ich noch ändern müsste.